Trailritte und Reiturlaube by Moni - Ruegen 2006
 

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Texte und Fotos: Copyright by Simone Scheiper
Westernreiten im Spätsommer auf der schönen Insel Rügen

Sonntag, 17.9.2006
Der IC bringt mich sicher von Hannover nach Stralsund, dort heißt es Umsteigen und über den Rügendamm geht’s weiter zum Bahnhof. Dort treffe ich auf meinen ersten Mitreiter Oliver. Ingo (zuständig für wirklich alles was nicht mit Pferden zu tun hat und Top-Koch) erwartet uns bereits und fährt uns zum Reiterhof.
Hier lernen wir weitere 6 Reitgäste kennen und begeben uns auf Erkundungstour rund um das Gut. Fast alle haben ein anderes Programm gebucht. Einige sind blutige Anfänger und wollen zum ersten Mal im Leben einen Pferderücken erklimmen, andere sind Wiedereinsteiger und dann gibt es noch die Fortgeschrittenen. Wir essen zusammen zu Abend und verschwinden relativ früh in unsere Zimmer um für den ersten Trainingstag fit zu sein.


Rügen ist die größte deutsche Insel, sie liegt vor der pommerschen Ostseeküste und gehört zu Mecklenburg-Vorpommern. Das „Tor“ zur Insel Rügen ist die Hansestadt Stralsund. Die Insel, durch den Rügendamm über den 2 km breiten Strelasund mit dem Festland verbunden, hat eine maximale Länge von 52 km (von Süd nach Nord), eine maximale Breite von 41 km im Süden und eine Fläche von 926 Quadratkilometer. Die Gesamtlänge der Küste Rügens beträgt 574 km. Ihre Gestalt ist durch zahlreiche Meeresbuchten (Bodden oder Wieken) sowie vorspringende Halbinseln und Landzungen äußerst zergliedert.
Der Reiterhof befindet sich im Südwesten der Insel und wird von den Pensionpächtern Susi und Ingo liebevoll geführt. Jeden Vormittag liegt eine Liste mit 3 Menüvorschlägen (Vor-, Haupt-, und Nachspeise) bereit – je ein Fischgericht, Fleischgericht oder vegetarisches Gericht werden für nur 10 Euro angeboten. Man kann jeden Tag neu entscheiden ob man das Menü, ein normales Essen von der Speisekarte oder außer Haus essen möchte. Die zugebuchte Halbpension bezieht sich immer tageweise und man legt sich nicht auf die komplette Zeit fest, ist also völlig flexibel. Sicherlich sind die Nebenkosten in einem Osteuropäischen Land geringer, aber dieser Urlaub ist es wert! Wer seinen Urlaub Marke „Geiz ist geil“ bucht und sich darüber freut sich preiswert betrinken zu können, wird dieses ebentuell auf Kosten eines qualitativ hochwertigen Reitunterrichtes machen.

 

 

Montag, 18.9.2006
Um acht Uhr klingelt mein Wecker. Schnell mache ich mich fertig, denn ab halb neun gibt es Frühstück und ich habe mir fest vorgenommen nicht schon am ersten Tag zu spät zu kommen. Doch hier auf Rügen ist Stress ein Fremdwort (zum Glück… soll ja Urlaub sein :-) Erstaunt stelle ich fest das ich die Erste bin und begebe mich auf „Nahrungssuche“. So ein Frühstücksbuffet habe ich nicht erwartet …. Wer soll das bloß alles essen? Warme Brötchen, viele Sorten Käse, verschiedene Sorten Wurst, Marmelade bis zum Abwinken, zig Sorten Müsli, frisches Obst, Eier, Fruchtsäfte, Milch, Tee, Kaffee, etc.
Heute morgen lernen wir Kerstin kennen, sie fragt uns einzeln nach dem gebuchten Programm, unseren Reiterfahrungen und Trainingswünschen für die Woche. Wir bekommen die Pferde zugeteilt und ich stelle fest das die mir zugwiesene Quarter Horse Stute „Miss Schatzi“ wie die berühmte „Faust aufs Auge“ passt. Auch alle anderen Mitreiter sind zufrieden…

Anfängerprogramm:
Richard reitet Noura
Oliver reitet Rocky
Gisela reitet Phönix u. April

Wiedereinsteiger:
Anette reitet Apollo
Christa reitet Frau Otto
Claudia reitet Schattenfell

Fortgeschrittene:
Dunja reitet Michel
Moni reitet Miss Schatzi

Der Anfänger bekommen von Michaela Longenunterricht auf dem Platz oder Roundpen und dürfen bereits nach einer halben Stunde longenfrei erste eigene „Lenkversuche“ machen. „Wo ist der Tempomat?“…. „Die Automatik klemmt!“
Die beiden anderen Gruppen verteilen sich anschließend auf die beiden Reitplätze und ein Kennenlernen der Pferde mit nur leichten Übungen und Sitzkorrekturen beginnt. Die Pferdezuteilung passt und den Nachmittag verbringen wir (Oliver, Dunja und ich) mit einer Fahrt zum berühmten Kreidefelsen am Königsstuhl und laufen Treppenstufen ohne Ende! …das war deutlich anstrengender als Reiten 

 

 

Dienstag, 19.9.2006
Um halb neun Uhr heißt es Frühstücken und um zehn Uhr treffen wir uns zum Putzen und Satteln. Eine knappe Stunde später sitzen wir auf dem Pferderücken. Schon früh wird klar das die „Schonzeit“ vorbei ist und Kerstin uns wirklich reiterlich weiterbringen möchte.
Stellung, Biegung, Tempowechsel, Volten, Zirkel und jede Menge Sitzkorrekturen. Vor lauter Konzentration alles auf einmal hinzukriegen, vergesse ich glatt den richtigen Weg und spiele „Geisterfahrer“…. typisch Moni! Nach fast eineinhalb Stunden gut verständlichem Unterricht endet der Vormittag mit einer Horsemanship-Pattern.
Während ich zwei Stunden Siesta halte, geht Michaela mit den Anfängern ins Gelände und ich schaue in grinsende Gesichter als die Truppe wieder in die Pension kommt…. der erste „Schritt-Ausritt“ des Lebens schien allen riesigen Spaß gemacht zu haben.
Kerstin, Dunja und ich starten um 15 Uhr unsere Runde ins Gelände. Wir traben am Feldrand, galoppieren über Stoppelfelder und träumen im entspannten Schritt vor uns hin. Selbst einen aufgeschreckten Hasen würdigen unsere Pferde nur mit einem Zusammenzucken und vermitteln mir ein Gefühl der absoluten Sicherheit.

Mittwoch, 20.9.2006
Heute heißt es nach dem Frühstück erstmal den beiden anderen Gruppen zuzusehen, denn Dunja und mein Unterricht beginnt erst am späten Vormittag. Es ist absolut erstaunlich für mich zu sehen welche enorme reiterliche Fortschritte besonders bei den „blutigen Anfängern“ zu erkennen sind!
Nach Aufwärmen, Zirkel verkleinern und vergrößern im Jog geht es weiter mit ersten Übungen im Galopp. Die gestellte Horsemanship-Pattern gelingt mir heute schon deutlich „punktgenauer“ als am Vortag und meine innere Verkrampftheit weicht, dank einiger hilfreicher Tipps von Kerstin. Da es gerade so prima läuft, beschließe ich spontan auf den heutigen Ausritt zu verzichten und eine weitere Stunde Unterricht ranzuhängen. Dunja schließt sich mir an. Mit Stangenarbeit geht’s weiter um den Pferden (und uns) Abwechselung zu bieten. Kerstin baut einen kompletten Trailparcours auf, erklärt uns die einzelnen Hindernisse und lässt uns diesen erst komplett Durchreiten um uns anschließend zu korrigieren, Fehler zu erklären und Verbesserungstipps zu geben. Der zweite Ritt klappt so auch schon deutlich besser! Eine Runde Jog, vorwärts durch das „Stangen-L“, rückwärts zurück durchs „L“ , Schrittschlangenlinien durch 5 Tonnen mit kurzem Verweilen neben jeder Tonne, an der zweiten Pylone Jog und genau einen Schritt vor dem Cavaletti angaloppieren, kleiner Hopser über die Stange und eine Zirkelrunde ruhiger Rechtsgalopp zum Abschluss.
Die erfahrene Stute zeigt mir genau meinen Hauptfehler „zuviel Anspannung“ und quittiert diesen mit deutlicher Tempobescheunigung. Kaum werde ich lockerer, belohnt sie mich durch Abknicken des Genickes, gibt mir den Rücken und hört mir zu. Ein toller Erfolg für mich!
Der Nachmittag steht allen zur freien Verfügung.

Donnerstag, 21.9.2006
Der heutige Tag steht für Dunja und mich ganz im Zeichen „Natur pur“. Unser dreistündige Austritt führt uns über abgemähte Felder entlang der Uferkante des Boddens Richtung Rügendamm. Im Ort Altefähr genehmigen wir uns erstmal eine kühle Erfrischung an der Strandbar und reiten dann in absoluter Sonne zurück zum Gut.

 

 

Freitag, 22.9.2006
Wie schon die Tage zuvor weckt mich die Sonne und ich schaue von meinem „Logenzimmer“ direkt auf beide Reitplätze. Kerstin longiert bereits ein junges Pferd als ich runter in die Gaststätte zum Frühstück gehe.
In der heutigen Unterrichtsstunde arbeiten wir am richtigen Timing der Gewichtshilfe. Wir reiten „Kleeblätter“ im Jog (Biegung, Bein- und Zügelhilfe) und feilen an einer Übung die mir später auf meinem eigenen Pferd zuhause eine Hilfe zum fliegenden Galoppwechsel sein wird.
Danach ist relaxen angesagt und die Wiese im Garten füllt sich mit sonnenhungrigen Reitern, die Entspannen und in Büchern schmökern.
Freitag ist Grilltag: Aus meinem Fenster kann ich gegen 18 Uhr erkennen das Ingo das Lagerfeuer bereits angezündet hat. Hunger treibt mich in den Garten und die ersten Leckereien stehen schnell bereit. Es gibt gegrillten Lachs, Pute, Steaks, Salate, verschiedene Dips, Maiskolben, Folienkartoffeln, Fetakäse, gefüllte Tomaten und einiges mehr. Ich futtere bis nichts mehr reinpasst – Lecker!!! Mittlerweile ist es dunkel und kühler geworden. Wir stellen die Bänke ums Feuer um uns zu wärmen und lassen den Abend feuchtfröhlich ausklingen.

Samstag, 23.9.2006
Der letzte Urlaubstag beginnt und ich putze „Miss Schatzi“ ausgiebig und bedanke mich bei „meinem“ Pferd für die schönen vergangenen Tage mit einer Möhre. Die erfahrene Stute hat mir einiges beigebracht und wir sind zu einem guten Team zusammengewachsen. Mein Bein liegt weiter hinten und mein Oberkörper ist deutlich ruhiger geworden. Dunja und ich reiten uns warm und Kerstin baut eine Trailaufgabe mit jeder Menge Hindernisse auf. Die schwerste Aufgabe für mich heißt eindeutig : „Wie ist noch mal der richtige Weg?“
Rechtsvolte um eine Tonne… verweilen, Linksvolte um eine parallel stehende Tonne… verweilen. Einen ganzen Zirkel Linksgalopp, Sprung über ein Cavaletti, doppeltgebogene Schlangenlinien im Jog um 8 Pylonen, halten vorm Stangen-L, Hinterhandwendung, rückwärts durch das Stangen-L, Hinterhandwendung, Schritt bis zu den Tonnen… verweilen, Zirkel im Rechtsgalopp, Stopp zwischen den Tonnen, abschließend Schrittschlangenlinien um 5 Tonnen. Hey, wo ich dieses aufschreibe weiß ich ihn plötzlich wieder 
Zum ersten Mal in dieser Woche treffen alle drei Trainingsgruppen zusammen um gemeinsam im Schritt die Pferde zur etwa 2-3 km entfernten Koppel zu reiten. Urlaub für die Pferde und sie wissen es genau! Es ist wunderschön, mit anzusehen, wie alle von ihren Kumpels erwartet werden und gemeinsam galoppierend im Herdenverband im weiten Grün verschwinden.
Dankbar und ein wenig traurig steige ich in das Auto das uns zurück zum Gut bringt.

Sonntag, 24.9.2006
Rückreise nach dem Frühstück

Dieses Reisetagebuch habe ich natürlich als „Fortgeschrittene“ mit jeder Menge Westernreiter-Fachchinesisch geschrieben. Bitte, bitte liebe Wiedereinsteiger, Umsteiger oder Anfänger lasst Euch davon nicht irritieren. Für ALLE Wissensstände gibt es den richtigen Unterricht und nicht jedem werden solche „schwierigen“ Aufgaben gestellt, denn es wird immer im Rahmen der reiterlichen Möglichkeiten gearbeitet!!!

Fazit: Diese Reise kann ich Reitern aller Altersklassen und Ausbildungsstände empfehlen. Kerstin und Michaela geben individuellen, einfühlsamen Unterricht, erkennen die Schwachpunkte und bringen einen reiterlich weiter. Die Insel bietet traumhaft schöne Natur und lädt zu langen Galoppaden ein. Besonders begeistert hat mich mit anzusehen wie Reiter die zum ersten Mal auf dem Pferd sitzen, bereits nach wenigen Tagen ins Gelände ritten -natürlich in gedrosseltem Tempo !. Es gibt genügend Zeit zum Entspannen, Baden oder Sightseeing. Die Pferde sind dank artgerechter Haltung arbeitsfreudig und feinrittig – abgestumpftes Hintereinanderherlaufen wird man hier zum Glück nicht erleben.
Reiter die gerne 8 Stunden am Tag reiten möchten oder Spring- oder hohen klassischen Dressurunterricht erwarten, sollten besser eine andere Reise buchen!

 


 
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