Trailritte und Reiturlaube by Moni - Westernranch Südfrankreich 2007
 

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Texte und Fotos: Copyright by Simone Scheiper

Westernranch Langedoc in Südfrankreich

Rinderarbeit ohne über den großen Teich fliegen zu müssen, endlich den großen Traum verwirklichen! Wir vier „mutige“ Mädels vom Bad Nenndorfer Mitreiterbörsentreff, beschlossen im Januar die Reise gemeinsam zu buchen und wollen nun von einer wirklich tollen Zeit berichten:

Samstag 30.6.07 / Die Anreise

Harry hol schon mal den Wagen! Morgens um 4:15h schüttet es wie aus Kübeln. Das Auto haben wir (Claudi, Mel und Moni) zum Glück schon am Vorabend beladen und starten von Hannover in Richtung Dortmund um dort Susanne einzusammeln. Alles läuft prima und um 9:15h erreichen wir über Trier Luxemburg, und sind 45 Min später in Thionville (Frankreich). Die gesamte Strecke ist von Claudi mit Hilfe des ADAC perfekt ausgearbeitet und nach 1400 km soll das Ziel (La Savetat sur Agout) gegen 20:30h erreicht sein.
Bis Metz, Nancy und Dijon klappt alles wie geplant, doch dann meldet der französische Radiosender eine Vollsperrung der Autoroute A6 zwischen Dijon und Lyon. Volltreffer!!! Die gesamte Planung geht nicht mehr auf und mit Autokarte bewaffnet, entscheiden wir uns nicht der empfohlenen Umleitung zu folgen und damit 230 km Umweg zu fahren, sondern „entspannte“ 180km über die Landstraßen. Wir sehen viele hübsche Ort- und Landschaften doch durch die langsame Fahrgeschwindigkeit werden die noch zu fahrenden Kilometer einfach nicht weniger, aber immerhin kommen wir vorwärts.
Wir wechseln die Fahrer durch und jeder fährt solange wie er mag…..
Wohin eigentlich??? 19 Stunden Anreise – Hawaii ? Australien? Nein!! Um 23:40h erreichen wir müde aber glücklich eine Ranch in Südfrankreich.

Yank und Jaqueline (Vater und Tochter – beide Niederländer) begrüßen uns herzlich und bieten uns sofort etwas zum Trinken an. Da wir sie von unterwegs über unsere Verspätung informiert haben, möchten sie uns trotzdem auch mitten in der Nacht noch etwas zum Essen machen. Das lehnen wir aber aus Müdigkeitsgründen ab und fallen nur noch in unsere Betten.

Sonntag 01.07.07


Frühstück um 9h: Baguette, Marmelade, Nutella, Milchkaffee, Tee, Frischkäse, Schnittkäse, Wurst und dazu sogar fast immer gekochte Eier. Anschließend stellt sich jeder sein eigenes Lunchpaket zusammen, welches auf den Ritten in der Satteltasche mitgenommen wird.

Wir lernen wir unsere 2 Mitreiter Stefan und Angelika kennen und auch Yanks ausgesprochene Vorliebe für die Countrymusic.

Dann erhalten wir (an der Bar – ja ihr lest richtig- in einer Reithalle die aber mittlerweile ausschließlich für Partys und Festivals genutzt wird) eine genaue Einweisung in die Reitweise, die Art mit den Pferden umzugehen, worauf beim Putzen und Satteln zu achten ist und wie wir uns innerhalb der Gruppe im Gelände zu verhalten haben.

Kurz darauf geht es ans Pferde verteilen und auf den ersten Proberitt durch Mischwald. Alle Pferde sind super gut zu händeln, „Easy going“ eben. Unsere Gastgeber beweisen eine sehr gute Hand und alle Reiter sind mit Ihren Pferden zufrieden.

Genau so geht es danach weiter: Relaxen am Pool, da der Gedanke schon wieder Auto zu fahren alle abschreckt.

Die Rinder fürs Cutting Training grasen direkt am Pool, Stefan und Claudi versuchen sich an zwei Ausreißern schon mal als People Cutter. Yeah!! (Was wir da noch nicht wussten: „Ausreißer“ sollte zum Unwort des Urlaubs werden)

Montag 02.07.07

Kurz nach dem Frühstück reißen die Wolken auf und bei strahlendem Sonnenschein geht es auf dem ersten Tagesritt, wir klettern heute mit den Pferden, auf deutlich anspruchsvollerer Strecke als gestern, auf den höchsten Berg der Umgebung. Für Fotofans gibt es dort oben bei klarer Sicht und von Heide lila gefärbten Bergwiesen so einige Motive und für die Pferde nach der Kraxelei eine kleine Pause. Panoramablick pur, nur genial.

Nach dem Abstieg wird die Mittagspause, auf Grund des guten Wetters, direkt ans Ufer des Lac de Vesolves verlegt, Angelikas Pferd Cheyenne erweist sich dabei als begeisterter „Wassertreter“. Wenn das Wetter mitspielt kommen wir am Freitag mit den Pferden zum Baden wieder.

Der zweite Teil der Strecke führt, durch teils meterhoch stehende Farne, auf verschlungenen Pfaden und breiten Galopp tauglichen Graswegen zurück.

Dienstag 03.07.07

Morgens strahlt uns erstmals richtig die Sonne an. Da die Ranch einsam auf fast 1000m Höhe im Wald liegt, haben wir uns mit der Klamottenwahl ziemlich verschätzt. Es ist wirklich empfehlenswert auch im Sommer dicke Sachen mitzunehmen, denn wer sich bei „wetter.de“ auf Narbonne konzentriert, kann ziemlich überrascht werden…

Nach dem Frühstück und der täglichen Putzaktion steht heute ein Orientierungsritt ohne Guide auf dem Programm.
Aufgeteilt in Gruppen, mit handgemalter Karte geht es dann auf den Trail. Unterwegs gilt es drei Hinweise zu finden, die an der letzten Station im Wald, einer zerfallenen Ruine, einen „Tresor“ öffnen – Inhalt wird an dieser Stelle nicht verraten…
Wer sich genau an die Kartenangaben hält findet sicher den Weg, die Hinweise zu entdecken und richtig zu deuten erweist sich da schon als deutlich schwieriger.
Warum zum Teufel hängt ein Galgen mitten im Wald? Sind wir jetzt ausgeschieden?
Frei nach dem Motto: „Einer für alle, alle für einen“ warten die ersten Gruppen (wir sind in 2er Teams zeitversetzt gestartet) an der Ruine und wir erreichen, kurz vor Mittag, alle zusammen die Ranch.

Nach der Mittagspause erfolgt die zweite Trainingseinheit des Tages: Yank gibt eine kurze Einführung in die Kunst des Lassowerfens. Unter allgemeinem Gelächter versuchen wir uns, mehr oder weniger erfolgreich, am Fangen einer (Plastik) Kuh bzw. eines Klappstuhls (jawohl!).

Aufgegeben wird nicht und am Ende haben alle beides gefangen, Plastik ist ja bekanntlich geduldig!

Nach dem Abendessen geht es noch mal aufs Pferd, für einen Ritt durch die Dämmerung. Auch für Freunde schnellerer Galoppaden gibt es genau das: Ordentlich Speeeed! Der Sand fliegt einem entgegen und mit dem kurz darauf einsetzenden Regen ergibt sich eine ordentliche Schlammpackung, aber die soll ja bekanntlich gesund sein. Die Pferde sind auch in dieser Situation absolut kontrollierbar, keine Spur von Gruppendynamik, dafür nur strahlende Gesichter am Ende des Ritts, obwohl der Himmel mittlerweile wirklich alle Schleusen geöffnet hat.


Mittwoch -reitfrei- / 04.07.07


Da es leider weiterhin stürmt und regnet suchen wir, bei nur 10°C Außentemperatur auf der Ranch, bereitwillig das Weite und fahren zum Sightseeing nach Carcassonne oder auf einfach nur zum Meer Sonne tanken.

Die Ausflüge lohnen sich im doppelten Sinne, zum einen gibt es Sonne und Wärme und im Fall von Carcassonne auch viel zu sehen.
Wem das zu langweilig ist, der sollte sich in den Gorges du Tarn beim Rafting oder an einem der 3 umliegenden Stauseen beim Angeln versuchen. Infos dazu gibt es am Office du Tourisme.

Nach etlichen Gläsern vom roten Tischwein, holen wir uns abends die Gitarre von Yank und Mel spielt sich die Finger wund.
Ein Teil der Gruppe schnappt sich noch einmal die Lassos und versucht sich im Heeling, diesmal Füße fangen der Mitreiter.
Insgeheim freuen sich wohl alle schon auf die Rinder, hoffentlich spielt das Wetter morgen mit.


Donnerstag 05.07.07


Nach dem Frühstück kommt Jaqueline mit der Hiobsbotschaft des Tages.
Leider sind über Nacht 10 unserer 16 Galloways auf ihren eigenen „Trail“ gegangen, bevor es also ans Cutten geht, müssen wir die Rinder suchen.

2,5 Stunden später und ohne Kühe kommen wir zurück, machen erstmal gegen 12:30 h Lunchpause und beschließen unser Cuttingglück eine Stunde später an den übrigen 6 zu probieren. So hat jeder zumindest 2 Cuttingversuche, und wir schaffen es aufgeteilt in Teams erfolgreich Rinder beim Team Penning ins Pen zu treiben.
Das geht etwa 1 Stunde gut bis einer der Ranchmitarbeiter kommt und sagt er hätte unsere Rinder an der Passstraße gesehen. Da müssen sie definitiv weg, schon wegen der Unfallgefahr, aber als ob sie uns heute wirklich ärgern wollen, sind die Viecher natürlich längst weg als wir nach wilden 20 Min durch den Wald galoppierend endlich am Pass ankommen. Auch die Verstärkung im Jeep findet nichts und niemanden…

Wir satteln die Pferde ab und gehen erstmal auf einen Schluck in die urgemütliche Bar. Stefan und Angelika beschließen noch mal nach La Salvetat einkaufen zu fahren. Auf ihrem Weg in die Stadt treffen sie UNSERE 10 Rinder!!! Unfassbar!!! Stefan steigt aus dem Auto und treibt sie zu Fuß durch den Wald bis auf die Straße, den Rest „erledigt“ Angelika mit dem Auto. Als wir das mitbekommen, sind alle Daheimgebliebenen happy, denn morgen ist leider schon unser letzter Tag.
Was für uns wirklich Pech war, ist für die Tiere natürlich klasse, denn wo hat man schon 120 Hektar Auslauf?

Freitag 06.07.07

YEAH!! Kaum zu glauben, aber die Rinder sind alle noch da und auch der Sommer bei sonnigen 25 bis 30 Grad.

Da wir gestern wegen der zeitraubenden Suchaktionen kaum zum Cutten gekommen sind, wird mehrheitlich beschlossen „unsere“ Galloways auf der Hausweide zu ärgern und uns die deutlich größeren, mit langen Hörnern bewaffneten, freilaufenden Artgenossen für den nächsten Urlaub aufzuheben.Also aufgesattelt, die komplette Herde per Mini Cattle Drive von der Weide ins Corral getrieben und los geht es: Einzelne Rinder aus der Herde aussortieren, jeder hat dazu wieder mehrere Versuche.

Das Team Penning wird mit stuntreifen Einlagen perfektioniert, „A little more action please“. Hierbei gilt es mit einer Gruppe von 3 Reitern 3 Rinder aus der Herde auszusondern, über eine freie Fläche in einen Pen zu treiben und dabei zu verhindern das die wendigen Tierchen ausbüxen.
In der Lunchpause muss wieder die Plastikkuh, beim Perfektionieren der Lassokunst, dran glauben. Nachmittags gilt es dann wieder Kühe zu treiben.
Zuerst versuchen wir in 2 Teams je 8 Rinder über eine Weide in den Wald zu treiben, die Gruppe dort zu „setteln“ und zu drehen, über eine andere riesige Weide zu treiben ein zweites Mal zu „setteln“ und wieder zurück in den Corral zu bringen. Während dieser Aktion beschließen einige Rinder den Weg zu ihren Kumpels zu suchen : -) Am Ende haben wir eine Gesamtherde und die Aufgabe wird von allen 6 Reitern gemeinsam mit einem Riesenspaß und lauten Yeah Haa Rufen bestritten. Nach dem auch das „You guys did a very good job“ (Jaqueline) erledigt ist, werden wehmütig ein letztes Mal die Pferde abgesattelt, die Duschen gestürmt und Holz für das Lagerfeuer gesammelt.

Bald darauf zieht BBQ Duft übers Ranchgelände und völlig satt und zufrieden sitzen wir noch stundenlang, unter klarem Sternenhimmel, am Feuer und schwelgen in Erinnerungen, schade dass wir morgen schon nach Hause müssen.

Samstag 07.07.07


Es sei nur noch kurz erwähnt, dass die Rückfahrt staufrei auf der geplanten Strecke verlief, wir es aber jedem Nachahmer aus nördlicheren Gefilden nur empfehlen können sich die Strecke in 2 Tagesetappen aufzuteilen, denn selbst mit 4 Fahrern können 1400km die NUR von Kaffee- und P…pausen unterbrochen
wurden verdammt lang sein. Ein eigenes Auto bzw. Mietwagen ist dort aber unbedingt zu empfehlen.


In diesem Sinne vielen Dank an Jaqueline für ihre Guide- und Trainerqualitäten, ihren Pferde- und Reiterverstand und das leckere Essen (ein Tipp für Vegetarier: Gebt das unbedingt an, denn meist gibt es deftige Cowboy-Ranchküche). Einen Dank auch an Yank, der immer ein offenes Ohr, gute Ratschläge (in einem wilden aber gut verständlichen Mix aus Holländisch, Englisch und Deutsch) und hervorragende Barkeeperqualitäten hat und nicht zu vergessen an Bas den guten Geist im Hintergrund, der unsere Pferde von und zur Weide gebracht, Zäune repariert, Tische abgeräumt und weis der Geier was noch alles erledigt hat!


Fast hätten wir sie vergessen: VIELEN Dank an die Pferde, die sind klasse, wirklich spitze zu reiten, total ausgeglichen eben „easy going“.

Zu meinem Westernranch Suedfrankreich Fotoalbum

 
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