Trailritte und Reiturlaube by Moni - Coto Doñana 2005
 

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Texte und Fotos: Copyright by Simone Scheiper


Ich bin urlaubsreif!!! Meine eigene junge Stute treibt mich mit der „Bist Du wirklich sicher Phase?“ gerade an den Rand der Verzweiflung - Aber Urlaub ganz ohne Pferd? .... Nein! ...Das geht auf keinen Fall J Also beschließe ich, dem für die Jahreszeit viel zu kalten Juniwetter, nach Andalusien zu entfliehen. Ein bisschen Reiten, ein bisschen Sonnen & Baden, ein bisschen Sightseeing und Entspannen. Das Programm in El Rocio verspricht genau das Richtige!!!


Dienstag, 07.06.2005
 
Um 16:30 Uhr landet meine Air Berlin Maschine in Sevilla der Stadt des Flamencos. „Puh, wieso beheizen die denn hier bloß die Gänge?“, fällt mir spontan beim Aussteigen ein – Doch es ist keine Heizung, sondern die 43 Grad sind echt genial !!!
Ich werde von Gaby eingesammelt und nach El Rocio gebracht. Auf der Veranda vorm Haus erwarten mich schon Andrea aus Hamburg und Simona aus Mainz. Zur Begrüßung werden kühle Getränke und Kuchen gereicht.
 
El Rocio: Ein Ort ohne Asphalt ... wie eine mexikanische Filmkulisse wirken die langen Sandwege zwischen den im Karree gebauten Hauserreihen. Es ist der 3. größte Wallfahrtsort nach Santiago de Compostela und Lourdes. Etwa 1.500 Menschen leben hier und halten circa 4.000 Pferde!!! In der Pfingstzeit findet eine „Feria“ statt und der Ort scheint aus allen Nähten zu platzen – zwischen 35.000 und 50.000 Leute (meistens mit Pferden) feiern ausgelassen 4 Tage lang nach typisch andalusischer Lebensmanier. Es ist die teuerste Immobilienfläche in ganz Andalusien, denn der Quadratmeter kostet ab 1.200 Euro aufwärts...
 
Wir plaudern bis zum Abend und sehen uns auf „La Habana“ um. Nach dem Abendessen falle ich um 23:00 Uhr müde in mein Bett. Die Nacht ist heiß und bei gefühlten 30 Grad beschließe ich mein Bettinlett rauszuziehen und nur unter dem Bezug zu nächtigen.
 
Mittwoch, 08.06.2005
 
Um 9:30 Uhr gibt es Frühstück (eher die deutsche Variante). Danach werden die Pferde zugeteilt. Ich bekomme den 7jährigen schicken braunen Andalusier „Rayo“. Wir putzen „unsere“ Pferde und decken uns mit Getränken für den Ritt ein, während Karl-Heinz jedes der Pferde selber sattelt. Um 10:30 Uhr führt uns unser „Einführungsritt“ in Richtung Almonte Merendero, über Sandwege ein Stückchen parallel an der Straße entlang. Was für ein versammelter Galopp!!! Waooh es fühlt sich an wie auf einem Schaukelpferd, man spürt den Dreitakt des Ganges und genießt den „Sofasitz“ auf dem herrlich bequemen Vaquerosattel mit den großen Schaufelbügeln – Das könnte ich stundenlang aushalten
 
Für die insgesamt etwa 23 Kilometer lange Strecke benötigen wir 3,5 Stunden inklusive kleinerer Trinkpausen im Sattel.
 
Donnerstag, 09.06.2005
 
Heute reiten wir durch den Parque Natural (Schutzzone) in den Parque Nationale. Entlos lange Sandwege laden zum Galoppieren ein und führen uns durch das typische Coto Donana.
 
Plötzlich: Bremsenalarm... ihhh! Erstaunlicherweise bleiben die Pferde trotz Angriff von 30 Biestern gleichzeitig total ruhig und beißen sich nur hin und wieder in die Brust. Ich werde trotz Trägertop komplett verschont und bin darüber sehr, sehr dankbar.
 
Zurück in Rocio stoppen wir an einer Bodega und bekommen ein Getränk unserer Wahl auf dem Pferd serviert. Ich entscheide mich für ein kühles „Cerveza“.... Einige Straßen weiter am Stall folgt ein „Tinto de verano“ (Rotwein mit Zitronenlimonade). Hier folgt das täglich wiederkehrende „Ritual“ auf das Karl-Heinz großen Wert legt  = Die Pferde müssen Stillstehen und wie angewurzelt in einer Reihe vor der Veranda warten. Hurracan fallen sofort die Augen zu. Als er versucht ein Vorderbein UND ein Hinterbein gleichzeitig zu entlasten, fällt er fast um *grins. Danach satteln wir ab und die Pferde werden abgespritzt.
 
Um 17:00 Uhr werden Simona und ich zum Atlantikstrand nach Matalascanas gefahren. Dieser Transport ist einmal am Tag kostenlos möglich – Bedingung: Die Gäste müssen sich alle einig sein und am Vorabend sagen wie sie sich ihre Tagesplanung vorstellen. Jeder einzelne Tag kann individuell mit Karl-Heinz abgestimmt werden was die Reitdauer oder „Startzeit“ betrifft. Selbstverständlich ist das in kleineren Gruppen besser möglich, denn wenn keine Einigkeit herrscht, übernimmt natürlich Karl-Heinz die Planung.  Ich persönlich denke ich aber das es auch möglich sein müsste sich in größeren Gruppen abzusprechen wenn alle Mit(st)reiter dazu bereit sind. Wir genießen die Meeresbrise und den warmen Passatwind bis 20:30 Uhr und gönnen uns abschließend ein Eis an der Promenade.
 
Wieder „Zuhause“ gibt es auf der Veranda leckeren Manzanilla (ein cherry-ähnliches Getränk aus trockenem Weißwein). Um 22:30 Uhr folgt das Abendessen und wir schließen den Tag um 0:30 Uhr ab.
 
Freitag, 10.06.2005
 
Heute scheint es ein noch heißerer Tag mit über 40 Grad zu werden. Die Hitze steht schon morgens um 9:00 Uhr über der staubigen Straße à Mexicofeeling pur! Wir haben das heutige Reitprogramm auf die Abendstunden verlegt und werden um 10:30 Uhr runter zum Stand gebracht. Ein Schattenplatz im Wind tut richtig gut und das Beste: Kaum Tourismus, man bekommt auch noch gegen Mittag problemlos eine Liege unter der „Stoffüberdachung“ - wir haben Glück und werden nicht mal zur Kasse gebeten.  Die Wassertemperatur liegt bei etwa 25 Grad und erfrischt nur bedingt, aber einige kühle Unterströmungen fühlen sich beim Schwimmen klasse an.
 
Um 15:45 Uhr holt uns Karl-Heinz wieder mit dem Pick-Up ab. Heute starten wir unseren Ritt erst um 20:00 Uhr.... das fühlt sich während untergehender Sonne bei etwa 30 Grad schon richtig frisch an *grins. Wir reiten eine 2,5 stündige Runde durch den Wald des Parque Natural und sehen Wildschweinsuhlen, Störche und Wildkaninchen. Wieder zurück in Rocio beginnt um 22:30 Uhr eine „Kneipentour“ zu Pferd. Das ist wirklich ein einmaliges Erlebnis das ich noch nirgends auf der Welt erleben konnte... und ich habe wirklich schon einiges gesehen!  Aber hier scheint dieses völlig normal zu sein, denn an die hohen Tresen kann pferdefreundlich herangeritten werden. Oh man, was würde man daheim blöd angesehen werden, wenn man erwartet das Getränk oder gar Essen auf dem Pferd serviert zu bekommen... Nach der 3. Kneipe und dem 3. Cerveza hoffe ich inständig das wir keine 4. mehr ansteuern  - Klar bekommt man auch Cola oder ähnliches aber „Schwächeln“ ist gegen mein „Ehrgefühl“ ! Wir satteln um 23:30 Uhr ab und Essen leckere Gambas mit Knoblauch bis weit nach Mitternacht. Mensch ist das Leben schön.... ich glaub ich wandere aus!!!
 
Samstag, 11.06.2005
 
Heute reist Andrea ab und Barbara aus München stößt hinzu. Wir reiten um 11:00 Uhr los und erwischen die andalusische Mittagssonne pur. Die Runde fällt auf unseren besonderen Wunsch hin kürzer aus.
 
Um 17:00 Uhr laufen wir zur Kirche und schauen bei einer Hochzeit zu. Es ist etwas völlig anderes als in Deutschland.... ständiger Durchgangverkehr, die Kirchentüren bleiben weit geöffnet damit die Menschen rein- und rauslaufen können wann immer sie möchten. Der Altar ist großflächig mit Blattgold  verziert und die Menschen unterhalten sich angeregt. Es wirkt wie eine riesige Party, ist aber dennoch feierlich. Anschließend gehen wir auf ein Getränk in eine Bodega und unterstützen die örtlichen Geschäfte mit einer kleinen Einkaufstour.  Wir schaffen es gerade noch pünktlich zum Abendessen zurück zur „La Habana“
 
Sonntag. 12.06.2005

Am Morgen trifft Michaela aus Mainz ein. Da es ihr reitfreier Anreisetag ist, begleitet sie Juana im Auto zum Mittagstreffpunkt unseres heutigen Picknickrittes. Wir durchstreifen mehrere Stunden Pinienwald, galoppieren zwischendurch immer wieder einige Stücke durch den weißen Sand und riechen an Rosmarin, Thymian und anderen landestypischen Gewächsen. In der heißen Jahreszeit muss man an den Blättern reiben, damit sie ihren tollen Geruch entfalten aber im Frühling muss es hier richtig klasse duften... hmmm! Als gegen Mittag Juana mit dem Pick-Up in Sichtweite kommt, bin ich wirklich froh das sie an mein langärmliges Hemd gedacht hat, denn die Sonne brennt erbarmungslos, trotz des endlich frischen Windes auf uns hinab. Wir trinken „Tinto de verano“ und stärken uns für den Rückweg.
 
Als wir einige Stunden später zurück kommen sind Ingrid und Susanne angekommen. Schnell wird geduscht und ne kleine Siesta folgt .
 
Um 22:00 Uhr fahren wir in das typisch spanische Restaurant  „Camillo“. „Hat jemand Lust auf der Ladefläche mitzufahren?“, fragt Karl-Heinz.  Michaela und ich sagen natürlich vorlaut: „Na klar!“, weil wir es für einen Scherz halten... Ordentlich „Offroad-durchgeschüttelt“  kommen wir am anderen Ende der Stadt an und futtern dort stundenlang „Pollo al ajillo“ (Hähnchen mit Knoblauch) bis nichts mehr reinpasst. SUPERLECKER!!!
 
Montag, 13.06.2005
 
Die Tasche steht gepackt in meinem kleinen Zimmer. Viele Wolken bedecken den sonst so blauen Himmel – Regen im Juni? Das wäre so was wie ein Wunder!!! Ich habe beschlossen heute nicht mehr mitzureiten, weil ich nicht genau abschätzen kann wie lange die Gruppe weg bleiben wird. Ein Abschied im totalen Stress möchte ich nach dem gestrigen schönen Ritt lieber nicht riskieren.  Karl-Heinz fragt mich kurzerhand ob ich nicht noch Lust habe mit ihm zwei Pferde vom „Campo“ (ein Offenstall mit Paddock am Rande des Ortes) rüberzureiten – Na klar habe ich Lust!!! So kann ich neben „Rayo“ noch den super, super braven weißen Andalusier „Rebucho“ kennen lernen. Wir galoppieren fast den ganzen Weg zurück zur „La Habana“.... Genial... das hatte ich mir die ganze Woche über sooo gewünscht.... ein langer Galopp durch die Straßen... ein Gefühl wie im Wilden Westen! „Rebucho“ neben Karl-Heinz zu bekommen artet schon wirklich in Arbeit aus, denn er schert immer wieder brav hinter seinem „Big Boss“ ein – genauso wie er es als sicheres Anfängerpferd tun muss. Als Gruppe herrscht innerhalb des Ortes Galoppverbot aber wir zwei allein dürfen wohl so früh mal die berühmte Ausnahme machen *grins
Heute ist der Beginn des Anfängerprogramms und die Gruppe startet ihren Ausritt. Susanne wird auf „Rebucho“ gesetzt, der zusätzlich noch als Handpferd von Karl-Heinz gesichert wird. Reiten lernt man am besten beim Reiten und das ohne Risiko auf den extrem sicheren Pferden der Familie Stünkel. Niemand wird zu etwas überredet wozu er sich noch nicht 100% sicher fühlt... das Vertrauen in die Pferde lässt aber auch erstaunlicherweise selbst blutige Anfänger beim 1. Ritt mutig sagen: „Ich probiere den Galopp doch schon heute aus.“
Anschließend mache ich mich auf in den Ort um letzte Besorgungen zu machen und mir noch ein Stück dieses leckeren Queso Manchego zu kaufen. Die Gruppe kehrt zurück und ich schaffe es gerade noch den anderen Mädels „Tschüß“ zu sagen, bevor ich nach Sevilla zum Flughafen gefahren werde. Von dort geht’s nach Palma de Mallorca und mit 4 Stunden Verspätung weiter nach Hannover. Wieder Zuhause stelle ich fest: Ich habe die Sonne mitgebracht !!! PRIMA

Fazit:  Hier wird jeder seinen Spaß haben der das familiäre Beisammensein mag und bereit ist sich mit den anderen Gästen bezüglich des Tagesablaufes abzustimmen. Wenn man als komplette Gruppe einen Termin fest bucht, wird man viele richtig schnelle Galoppaden erleben dürfen. Bei einer vom „Reitkönnen“ eher gemischten Gruppe, legt Karl-Heinz großen Wert auf die Sicherheit seiner Gäste, das bedeutet leider auch das sich das Tempo nach dem „schwächsten Glied“ der Gruppe richtet. Für Reitanfänger oder Wiedereinsteiger ist diese Reise ein Volltreffer da auch „Anfängerwochen“ angeboten werden. Die Landschaft ist im Coto Donana flach und wie (wahrscheinlich in allen heißen Regionen des Südens) im Frühjahr von der Vegetation her abwechselungsreicher als im trockenen Sommer.
 
Zu meinem Coto Donana 2005 Fotoalbum
Zu meinem Coto Donana 2006 Fotoalbum

 
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